Kirchenmusik an der Kalvarienbergkirche
An der Kalvarienbergkirche in Hernals gibt es eine lange kirchenmusikalische Tradition von teilweise sehr angesehenen Musikern ihrer Zeit. Dies lässt sich, wenn auch nicht vollständig- bis ins 17. Jhdt. zurückverfolgen. Im folgenden ein kurzer Überblick:
Andreas Rauch:
(1592 - 1656)
Organist in Hernals von 1621 - 1625;
Zeit der protestantischen Landstände, dreißigjähriger Krieg
Joseph Mayßen d. Ä.:
(1790 - ?)
in Hernals geboren, Schul- und Chormeister;
wohnt im Pfarrhaus; spielt Viola im Streichquartett und wirkt
an der Uraufführung eines Streichquartetts von Franz Schubert mit.
Joseph Mayßen d. J.: wirkt von 1828 bis 1860 als Organist und Regens chori an der Kalvarienbergkirche
Karl Griesbacher:
(1848 - 1916)
am 9. Mai in Steyr geboren; erhält vom Vater erste musikalische Ausbildung; 1862 Übersiedlung nach Wien, Studium bei Simon Sechter; ab 1867 2. Organist an der Michaelerkirche; von 1871 bis zum Tod erster bestellter Regens chori an der Kalvarienbergkirche und Leiter einer eigenen Musikschule; fruchtbares kompositorisches Schaffen: etwa 400 Werke, u.a. 10 Messen, Te Deum, Chorwerke; stirbt am 24. April 1916 (Ostersonntag) an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Alfred Hörmann:
(1899 - 1962)
In der Kalvarienbergkirche war er von September 1921 bis Allerheiligen 1922 als Kirchenmusiker tätig.
Moritz Edler von Thann: Kapellmeister am Wiener Bürgertheater wird ohne Stellenausschreibung auf Empfehlung Sr. Eminenz nach Griesbachers Tod als neuer Regens chori angestellt und wirkt bis 1922.
Josef Venantius von Wöss:
(1863 - 1943)
am 13. Juni zu Cattaro geboren;
Sohn eines Offiziers; erste Musikausbildung im Elternhaus, lebt seit 1889 in Wien; bearbeitet einzelne Werke Anton Bruckners und Gustav Mahlers für die "Universal-Edition" und veröffentlicht eine eigene Modulationslehre; von 1922 bis 1926 Regens chori an der Kalvarienbergkirche; komponiert zahlreiche Messen, Motetten und Orgelsuiten; erhält 1920 den Titel Professor und 1933 das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich; wenige Monate nach Vollendung des 80. Lebensjahres gestorben und am 30. Oktober 1943 am Hernalser Friedhof begraben (Einsegnung Se. Eminenz Kard. Innitzer).
Ludwig Pfeiffer: löst 1927 den in Ruhestand getretenen Prof. Wöss ab und wirkt maßgeblich an der endgültigen Gestaltung der Kauffmann-Orgel mit. Er wird mit Ende 1937 als Chordirektor gekündigt
Josef Nebois: bereits unter Dr. Pfeiffer Organist an der Kalvarienbergkirche; Absolvent der Kirchenmusikalischen Akademie; ab 1938 Chordirektor und zugleich Organist; tritt auch in Konzerten auf und wirkt bis 1974.
Herbert Rotter: als Organist von 1974 bis 1983 tätig
Robert Schander: von 1983 bis 1987 Organist und Chorleiter
Elisabeth Zottele: ist seit 1987 als Chorleiterin an der Kalvarienbergkirche tätig
Auch berühmte Musiker standen in Verbindung mit der Kalvarienbergkirche.

Ludwig van Beethoven hat mehrmals die Orgel in Hernals gespielt.

Franz Schubert hat des öfteren seinen Freund Joseph Mayßen d. Ä. in Hernals besucht. Am 3. November machte Franz Schubert früh morgens einen Spaziergang von der Neu-Wieden nach Hernals, um das von seinem Bruder Ferdinand komponierte lateinische Requiem zu hören. Er nannte es einfach und dabei doch effektiv voll gehalten; und bezeugte überhaupt Wohlgefallen daran. Dieses Requiem war die letzte Musik die er hörte.Dieses Requiem hat Ferdinand Schubert nach dem Tod seines Bruders Franz 1830 bei Diapelli als opus 9 herausgegeben und dem Andenken seines Bruders gewidmet.

Am 12. September 1943 wird in der Kalvarienbergkirche ein "Ave Maria" des damals 21 Jahre alten Studenten
Anton Heiller aufgeführt. Anton Heiller hat in der Kalvarienbergkirche des öfteren bei Gottesdiensten und Konzerten Orgel gespielt und nach dem 2. Weltkrieg maßgebend an der Disposition der Mauracher-Orgel mitgewirkt.